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Sindelfingen Zeitung vom 04.12.2004 - Leserbrief
Geheimniskrämerei muss aufhören
Zu: "Jedesmal auf die Schnauze gefallen" (2. Dezember) Gute Nacht, Magstadt. Passender hätte es

SZ/BZ-Redakteur Karlheinz Reichert nicht formulieren können. Das Schlimme ist nur, dass dies bereits der Ist-Zustand ist, wenn man erneut feststellen muss, auf welcher Basis mittlerweile Mehrheitsentscheidungen bei solch prägnanten Anträgen zustande kommen.

Ich habe das Gefühl, dass einige Gemeinderäte nicht mehr die Sache sondern eher den persönlichen Hintergrund und eine bewusste Kontra-Haltung gegen. die neue Gruppierung Bürger für Magstadt im Vordergrund sehen. Ansonsten. müsste der durch die Bürger für Magstadt gestellte Antrag mit seiner Weitsicht und seinem Sachverstand klar befürwortet werden.

Überhaupt ist es meiner Ansicht nach untragbar, welche Geheimniskrämerei hier auch seitens des Bürgermeisters vorgelebt wird. Bestes Beispiel ist die Nicht-Bekanntgabe der Beschlussfassung Zur Offenhaltung der Hölzertalstraße, wo als Begründung des Ganzen die Besorgnis um das "öffentliche Wohl" steht. Konkreter konnte es ja trotz Nachfrage eines Gemeinderatsmitgliedes leider nicht definiert werden.

Generell würde ich mir wünschen, dass alle Gemeinderäte künftig klare Positionen beziehen und unabhängig der politischen Couleur nur über die Sache selbst urteilen. Das ist derzeit wichtiger denn je. Eine "Heute diese - morgen jene" - Meinungsbildung empfinde ich nicht als wegweisend.

Hierzu gehört auch, dass man vielleicht in den eigenen Reihen hin- und wieder auch mal aneckt. Mir kommt es vor, dass die Mehrheit bislang wohl den elnfacheren Weg des Mitschwimmens geht. Kritische Gespräche haben in fast allen Fällen ja auch einen bekanntermaßen reinigenden Charakter.

Seitens des Bürgermeisters erwarte ich, dass er seinem Wahlversprechen nachkommt "ich als Bürgermeister für die Belange der Magstadter bestmöglich einsetzt, dem Bürger zuhört, ihn ernst nimmt und die immer wieder aufkommenden Ungereimtheiten sowie eventuell vorherrschende Eigeninteressen beendet. Wir müssen uns bewusst sein, dass unsere Nachkommen uns die Schandtaten (insbesondere) hinsichtlich des Umgehungsstrassen-Konzeptes) vorwerfen werden und damit leben müssen, was wir heute produzieren.

Aber es gibt auch Positives zu berichten: Man merkt, dass sich seit der Neuwahl des Gemeinderates etwas tut, mehr Bewegung in die Bude kommt. Ich wünsche mir auch künftig eine kritische, aber faire und dem Allgemeinwohl dienende Auseinandersetzung in allen anstehenden Entscheidungsfindungen.

S.J., Magstadt